Gold ist in Deutschland bereits seit vielen Jahren eine der beliebtesten Anlageformen. Und dass nicht nur in Krisenzeiten, denn das Edelmetall bringt auch sonst zahlreiche Vorteile mit, wie beispielsweise attraktive Steuervorteile. In dem Artikel zum allgmeinen Thema in Gold investieren, hatten wir diese Details ja schonmal genauer erläutert.

Heute geht es konkret um das Thema Goldbarren und speziell die Vor- und Nachteile von einer Investition in Goldbarren und auch um die Frage, ob es sinnvoll ist Goldbarren zu kaufen.

Die Geschichte der Goldbarren

Ursprünglich war die Verwendung von Gold und anderen Edelmetallen lediglich der Schmuckherstellung vorbehalten. Doch schon bald hatte man die Idee, Gold als Wertanlage zu speichern und entsprechend früh begann die Menschheit mit der Prägung von Goldbarren.

Die ältesten Funde stammen aus dem Jahr 4.000 v. Chr. und wurden in Bulgarien in der Nähe des Ortes Warna gemacht. Für den tatsächlichen Geldverkehr kamen Goldbarren bereits ab etwa 2.000 v. Chr. zum Einsatz. Bis zur Einführung von Münzen aus Edelmetall hatten Barren aus Gold einen besonders hohen Status als Handelsgegenstand.

Der Goldbarren heute

Gold dient in Form von Münzen und Barren nach wie vor als internationales Zahlungsmittel und sind weltweit anerkannt und standardisiert. Viele Banken aus der ganzen Welt lagern Gold als Währungsreserve ein. Aber auch private Anleger und Staaten setzen auf Goldbarren als Wertanlage. Deutschland beispielsweise hat 2018 Währungsreserven in Höhe von 117 Milliarden Euro in Gold und Goldforderungen. Die Bundesbank alleine hat 3.373.662,4079 kg Feingold im Wert von ca. 120 Millionen Euro. Deutschland hat somit nach den vereinigten Staaten die zweitgrößten Goldreserven die größtenteils als Goldbarren vorliegen.

Goldbarren sind in vielen verschiedenen Formen und Größen erhältlich. In der Regel sind auf dem Barren die jeweiligen Daten wie das Jahr der Prägung, die Feinheit und die Hersteller-Marke aufgeprägt. Auch eine eindeutige Seriennummer ist vorzufinden, die der Hersteller individuell vergibt. Diese wird in ein entsprechendes Verzeichnis eingetragen, sodass der Goldbarren später zweifelsfrei identifiziert werden kann.

Auf einem Goldbarren wird im Gegensatz zu einer Goldmünze kein Prägewert eingraviert, da diese nicht als Währung im direkten Geldverkehr eingesetzt werden. Als Wertanlage wird der reine Materialwert angesehen, der hauptsächlich durch den aktuellen Goldkurs bestimmt wird.

Goldbarren sind grundsätzlich leichter zu produzieren, als Goldmünzen. Dementsprechend muss beim Kauf nur mit einem relativ geringen Abschlag gerechnet werden – der Anleger bekommt für das investierte Geld also äußerst viel Anlagegut.

Goldbarren: Informationen zu Größe & Gewicht

Goldbarren werden in vielen verschiedenen Größen angeboten. Das Gewicht wird meist in Feinunzen oder Gramm angegeben, die dem metrischen Einheitensystem entsprechen.

Ein Standard-Barren (auch „Good-Delivery-Barren genannt) bringt in der Regel ein Gewicht von rund 400 Feinunzen auf die Waage. Umgerechnet sind das ca. 12,5 Kilogramm (Eine Feinunze ≈ 31,103 Gramm). Besonders das Gewicht von industriellen Goldbarren variiert jedoch stark, sodass ein Wert zwischen 350 und 500 Feinunzen möglich ist.

Es gibt hier von der London Bullion Market Association (LBMA) auch spezielle Vorgaben von Größe und Gewicht. Ein Goldbarren muss zwischen 10,9 Kg und 13,4 Kg wiegen und einen Goldgehalt von 99,5% haben. Außerdem müssen Seriennummer, Feingehalt, Produktionsjahr und der Assayer Stempel der Raffinerie geprägt sein. Für Privatanleger die in der Regel nicht an der LBMA handeln, ist das aber relativ egal.

Für den Anlagebereich ist es üblich, dass Stückelungen zwischen 1 Gramm und 1000 Gramm (1kg) angeboten werden. Insbesondere in asiatischen Ländern sind auch Größen wie Tael (37,429 Gramm) oder Tola (11,664 Gramm) weit verbreitet.

Der Feingoldgehalt von Standardbarren beträgt 999,9 ‰.

Die Vor- und Nachteile von Goldbarren

Gold gilt als krisensichere Investition und erfreut sich dadurch einer großen Beliebtheit. Der größte Vorteil von Gold ist der sogenannten intrinsischen Wert bzw. Sachwert des Edelmetalles, welchen er seit Jahrtausenden halten kann. Es kostet einiges an Arbeitsleistung, Gold zu fördern und nicht zuletzt ist es äußerst selten. Während der Wert einer Aktie oder einer Währung verfallen kann, ging der Wert von Gold bislang noch nie ganz verloren. Deshalb steigt der Goldkurs auch regelmäßig, wenn die Aktien- oder andere Märkte fallen.

Doch Goldbarren haben noch einen weiteren Vorteil: Sie sind als Anlageform, im Gegensatz zu anderen Finanzprodukten, sehr einfach zu verstehen. Physische Gold ist greifbar und wer sich sonst nur wenig mit dem Thema Anlagemöglichkeiten beschäftigt, kommt womöglich am besten mit Goldbarren zurecht. Insbesondere Barren sind außerdem viel einfacher vergleichbar als beispielsweise Münzen oder Schmuck. Sie benötigen keinerlei Fachwissen.

Es ist ausreichend die Goldbarren als langfristige Anlage im Bankschließfach oder im Tresor aufzubewahren und wenn Sie wollen, können Sie ab und an noch den Goldpreis verfolgen. Ich rate jedoch davon ab, den Goldpreis außer beim An- bzw. Verkauf zu verfolgen. Die Schwankungen von Gold innerhalb eines Jahres sind oftmals sehr hoch. Bei einer durchschnittlichen Rendite von 3% p.A. betrug die durchschnittlichen Schwankung des Preises über die letzten 50 Jahre ca. 15%.

Auch der Handel mit Goldbarren ist sehr einfach, da sie praktisch bei allen Banken und diversen Online-Händlern sowohl gekauft, als auch verkauft werden können. Ein weiterer Vorteil, nach einer Haltezeit von mindestens einem Jahr, sind die Gewinne steuerfrei. Mit Goldbarren lassen sich außerdem sehr einfach auch größere Werte transportieren. 50.000 Euro in Form eines Goldbarren, passen locker in die Hosentasche.

Die Vorteile von Goldbarren sind manchmal aber auch deren Nachteile: Zunächst können Gewinne ausschließlich durch Kursveränderungen erzielt werden, denn anders als bei Aktien gibt es hier keine Dividende und Zinserträge wie bei einem Fond oder ETF fallen ebenfalls weg. Der Anleger kann also tatsächlich nur einen Gewinn erzielen, wenn der Barren zu einem teureren Preis weiterverkauft wird, als er ihn eingekauft hat. Großinvestor Warren Buffet hat Gold deshalb mal als tote Anlage bezeichnet.

Die zu erwartende Rendite bei einer Investition in Gold ist deutlich niedriger als beispielsweise bei einer Anlage in weltweit gestreute Aktien. Der Wert von Aktien steigt , wenn das Unternehmen eine Wertentwicklung hinlegt (z.B. neue Innovationen, Umsatzsteigerung usw.). Der Wert von Gold bleibt – Inflation ausgenommen – im Schnitt recht konstant.

Es hat sich aber gezeigt, dass sich der Goldpreis häufig entgegengesetzt zu den einzelnen Aktienkursen entwickelt. Wer also in seinem Anlage-Portfolio etwas Gold hat, kann Wertverluste von Aktien ausgleichen. Die Wertentwicklung des Portfolios schwankt dadurch auf lange Sicht deutlich weniger.

Eine zu hohe Beimischung von Gold kann aber die Gesamt-Renditechancen zu sehr beeinträchtigen. Aktuelle Empfehlungen für den Anteil von Gold am Gesamt-Portfolio reichen etwa von 5 bis 25%.

Die Risiken einer Investition in Goldbarren

Wenn Sie physisches Gold selbst lagern, besteht natürlich das Risiko eines Verlustes oder Diebstahls. Für diesen Fall können Sie sich jedoch mit einer entsprechenden Hausratsversicherung abdecken.

Ansonsten besteht wie bei allen Investitionen das übliche Marktrisiko. Der Preis kann schwanken abhängig von Angebot und Nachfrage. Gold wird in erster Linie von Anlegern, Industrie und Schmuckproduzenten nachgefragt. Sollte die Nachfrage sinken, sinkt dementsprechend der Preis. Wenn eine große Bank Ihre Goldreserven auflösen würde, könnte das ebenfalls zu starken Preisschwankungen führen.

Ein anderes Risiko, welches häufig übersehen wird, ist das Währungsrisiko. Da der Goldpreis offiziell in US-Dollar angegeben wird, Sie aber vermutlich in Euro Kaufen/Verkaufen, können Schwankungen im Wechselkurs ebenfalls für eine Wertänderung in Ihrem Goldbestand sorgen.

Goldbarren kaufen

Grundsätzlich gilt, das es besser ist, einen großen Goldbarren statt vieler kleiner zu kaufen. Umso kleiner der Goldbarren ist, umso höher ist der Ausgabeaufschlag. Dieser kann beispielsweise bei kleinen 1g Barren über 5% betragen und liegt bei größeren Barren wie dem 1Kg Barren bei ca. 1%. Der Kauf von Goldbarren ist auch von der Mehrwertsteuer befreit.

Im Idealfall wird der Goldbarren bei einem Fachhändler wie Goldsilbershop.de gekauft, denn hier erhalte Sie als Kunde nicht nur eine größere Auswahl, sondern meist auch bessere Preise als bei Geschäftsbanken.

Der bequemste Weg ist der Kauf des Goldbarrens über das Internet. Zudem bietet dieser Weg auch die größtmögliche Anonymität. Eine anonyme Online-Bestellung ist problemlos möglich, denn bis zu einem Betrag von 9.999,99 Euro kann man Gold kaufen, ohne persönliche Daten angeben zu müssen. Sie können die online bestellten Barren auch mit Bargeld bezahlen.

Auf keinen Fall sollten Sie jedoch von privat über EBay oder ähnliche Seiten Goldbarren kaufen! Das Risiko ist viel zu hoch. Selbst vermeintliche Experten fallen gelegentlich auf solche Betrüger herein, wie diese Geschichte eines 20 jährigen Schülers zeigt, welcher gefälschte Goldbarren an eine Sparkasse verkaufte. 

Sie können auch in Goldbarren investieren wie die Kinebar, die als zusätzliches Sicherheitsmerkmal über ein Hologramm verfügt.

Es gibt außerdem noch die Möglichkeit, sogenanntes Tresorgold zu kaufen. Dass bedeutet, das Sie zwar physisches Gold kaufen, dieses aber nicht ausgehändigt kriegen. Das Gold liegt weiter in den Tresoren der Banken und ist dort als Sondervermögen eingeordnet. Sie erhalten lediglich ein Zertifikat, dass Ihnen das Gold gehört. Tresorgold hat jedoch den Nachteil das es laufende Kosten erzeugt bei dem Anbieter für Lagerung und Versicherung. Aber Sie müssen sich dafür um nichts weiter kümmern.

In jedem Fall müssen Sie vor dem Kauf immer das Gesamtgewicht des Goldbarrens und dessen Goldanteil prüfen. Stellen Sie sich die Frage, wie viel Feingold (Feingoldgehalt) Sie zu dem Kaufpreis erhalten und was das Ganze bei dem aktuellen Goldkurs wert ist. Ansonsten kann beim Kauf über einen seriösen Anbieter nichts falsch gemacht werden.

Goldbarren lagern

Hier ist eine Streuung die beste Idee. Sie sollten auf keinen Fall größere Goldbestände ungesichert zu Hause lagern. Bankschließfächer gibt es bereits ab ca. 50-60 Euro im Jahr und eignen sich sehr gut dafür. Die Schließfächer sind auch grundsätzlich Sondervermögen der Bank und von daher auch im Falle der Insolvenz sicher.

Die Lagerung im eigenen Tresor zu Hause bietet natürlich auch Vorteile, da Sie im Ernstfall sofort Zugriff haben.

Dies ist also letztendlich eine persönliche Entscheidung und am besten teilen Sie Ihre Bestände auf. In beiden Fällen sollten Sie darauf achten ob Ihre Hausratsversicherung Gold mit einschließt. Gerade bei höheren Lagerbeständen, lohnt sich sonst auf eine entsprechende Versicherung zu wechseln.

Goldbarren verkaufen

Der Verkauf ist ähnlich wie der Ankauf über entsprechende spezialisierte Händler wie Goldsilbershop möglich. Alternativ bieten sich sogenannte Scheideanstalten an, welche ebenfalls sämtliche Edelmetalle zu meist fairen Preisen ankaufen.

Sie können Goldbarren aber auch jederzeit bei lokalen Banken vor Ort verkaufen, wenn auch Oftmals zu einem schlechteren Kurs.

Wenn Sie die Goldbarren länger als einem Jahr in Ihrem Besitz hatten, sind die Gewinne aus dem Verkauf steuerfrei. Ansonsten müssen Sie die Gewinne mit ihrem persönlichen Einkommenssteuersatz versteuern, da ein privates Veräußerungsgeschäft vorliegt.

Für kurzfristige Spekulationen eignen sich Goldbarren jedoch in der Regel nicht, da die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis oftmals zu hoch ist. Außerdem würden Sie die Gewinne versteuern müssen.

Welche Faktoren beeinflussen den aktuellen Goldpreis?

Die Preisentwicklung hängt bei Edelmetallen sowohl von der Nachfrage ab, als auch von konjunkturellen Entwicklungen, denn in der Industrie werden Edelmetalle für unterschiedlichste Zwecke eingesetzt. Hier gelten die bekannten Prinzipien von Angebot und Nachfrage.

Goldbarren als Währung und als Anlage

Heute kommt Goldbarren als Geldanlage die wohl wichtigste Bedeutung zu. Von Zentralbanken aller Nationen werden sie daher auch größtenteils als Absicherung der Währungseinheit verwendet. Im Bereich der Goldbarren sind folglich auch die Banken und Staaten die Inhaber der größten Goldbarren-Reserven.

Auch Investoren haben einen Teil ihres Vermögens häufig in Goldbarren angelegt, denn dies gilt als besonders sichere Anlageform. Das Geld lässt sich so hervorragend konservieren, sogar wenn die eigene Währung in Krisenzeiten an Wert verliert.

Was kostet ein Goldbarren?

Am Gewicht und am aktuellen Goldpreis bemisst sich auch der Wert eines Goldbarrens. Mit einer einfachen Formel kann dieser berechnet werden:

Gewicht in Unzen x aktueller Goldpreis = Goldbarren-Wert

Ein Goldbarren ist demnach jeden Tag unterschiedlich viel Wert und auch unterschiedlich teuer. Der Preis für einen Goldbarren weicht zudem in der Regel etwas von dem tatsächlichen Goldbarren-Preis ab, da die Kosten für die Produktion und Kommission ebenfalls noch berücksichtigt werden müssen.

Was kostet 1g Gold?

Dies ist eine häufige Frage, obwohl ich Ihnen aus Investitionssicht davon abrate. Es kann trotzdem ein tolles Geschenk sein, einen 1g Goldbarren beispielsweise zu verschenken. Diese kosten ca. 40-50 Euro aktuell (Stand Januar 2019). Besonders die Kinebar sind dabei empfehlenswert als Geschenk, da diese durch das Hologram noch hochwertier aussehen.

Sie können 1g Goldbarren als besonderes Geschenk für einen besonderen Menschen hier erwerben.

Fazit zur Investition in Goldbarren

Zunächst: Goldbarren eignen sich nicht für die Rendite im Portfolio. Sie sind nur zur Absicherung geeignet. Durch die einfache Herstellung, Lagerung und Vergleichbarkeit der Goldbarren sind sie ein extrem einfaches Anlageprodukt, dass sich gut zur Diversifikation oder Absicherung eines bestehenden Aktienportfolios eignet.

Goldbarren sind bei entsprechendem Kapitel daher auch anderen Goldformen wie Münzen oder Schmuck vorzuziehen.

Goldbarren sind also für alle Investoren eine gute Wahl, die Ihr Vermögen langfristig absichern möchten und dessen Wert erhalten wollen.