Es gibt tausend Möglichkeiten, Geld loszuwerden, aber nur zwei, es zu erwerben: Entweder wir arbeiten für Geld – oder das Geld arbeitet für uns. (Bernhard Mannes Baruch)

Das Zitat zeigt schön, worum es heute geht. Wir wollen Geld mit Geld verdienen, indem wir uns mit Aktien an einem Unternehmen und dessen Gewinnen beteiligen. Dazu benötigen wir ein sogenanntes Aktiendepot.

Im heutigen Artikel erkläre ich Ihnen, was das ist, wo und wie Sie eines eröffnen können und gebe Ihnen wichtige Hinweise, worauf Sie achten sollten.

Was ist ein Depot?

Ein Depot ist eine Art Konto für Aktien. Sie können Aktien darin aufbewahren und verwalten. So wie Sie Ihr Auto in der Garage parken können, parken Sie die Aktien im Depot und können Sie ebenfalls jederzeit herausnehmen oder weitere ergänzen.

Das Depot wird für Sie von einer Bank geführt, der sogenannten Depotbank. Das kann Ihre Hausbank sein, oder aber ein darauf spezialisierter Anbieter. Es hängt von Ihrem persönlichen Bedarf ab, was davon besser ist.

Das besondere an einem Depot ist, dass diese zum Sondervermögen der Bank gehören, also wenn die Bank pleite gehen sollten, sind Ihre Aktien trotzdem geschützt und können zu einem anderen Depot/einer anderen Bank übertragen werden. Mehr dazu weiter unten im Abschnitt zum Depotübertrag.

Ein Depot sollte in der Regel kostenlos sein. Einige verlangen jährliche Depotführungsgebühren, aber es gibt auch kostenlose Alternativen. Das Angebot aller Depots bei den verschiedenen Banken ist in der Regel sehr ähnlich. Die wichtigen Unterschiede für Sie als privaten Anleger liegen in Details wie der Handelsoberfläche oder den verschiedenen Gebühren.

Ein Aktiendepot eröffnen

Ein Depot können Sie heutzutage bequem Online eröffnen. Folgende beiden Anbieter beispielsweise bieten eine bequeme Online-Kontoeröffnung an. Alles was Sie dafür tun müssen ist sich online anmelden und Sie erhalten innerhalb weniger Tage alle Unterlagen per Post zugesendet. Das dauert nur wenige Minuten und anschließend können Sie mit dem Kaufen und Verkaufen von Aktien beginnen.

DKB

Die Deutsche Kreditbank bietet Ihnen ein kostenloses Depot inklusive kostenlosem Girokonto. Sie können dort verschiedene Aktien und auch Wertpapiersparpläne günstig handeln. Weitere Informatione nfinden Sie unter folgendem Button.

Zum kostenlosen DKB-Depot

Flatex

Flatex ist einer meiner persönlichen Favoriten aufgrund der niedrigen pauschalen Ordergebühren und weil ich so mein Depot von meinem Konto getrennt habe. Wertpapiersparpläne sind möglich und es können praktisch alle Arten von Aktien gehandelt werden.

Zum kostenlosen Flatex Depot

Depotkonto / Referenzkonto

Einige Anbieter wie Flatex beispielsweise bieten kein „normales“ Girokonto sondern sind ein reiner Aktienbroker der ausschließlich auf die Führung von Aktiendepots spezialisiert ist. Das hat verschiedene Vorteile wie sehr niedrige Gebühren und ich persönlich mag es auch, meine Aktien, getrennt von meinem Girokonto zu haben. So komme ich nicht in Versuchung mein Depot irgendwie anzurühren und schlafe einfach ruhiger, wenn ich nicht täglich den Wert sehe. Wie sagte Kostolany einst so schön:

Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich.

Mir hat es auf jeden Fall geholfen und mein Depot wächst stetig, ohne mich mental irgendwie zu belasten oder das ich mir ständig Sorgen darum machen muss.

So ein Referenzkonto bedeutet konkret, dass Sie Geld zum Kauf von Aktien von Ihrem Referenzkonto immer erst zu Ihrem Depot überweisen müssen und nicht direkt auszahlen können. Wenn Sie wiederum Aktien verkaufen, müssen Sie das Geld erst auf Ihr bei dem Depot hinterlegten Depotkonto überweisen und können es dann auszahlen.

Die Depotanbieter führen dazu eine Art Zwischenkonto, auf dem alle Ein- und Auszahlungen verfügbar sind für Ihre Wertpapiertransaktionen.

Da Überweisungen heutzutage meist innerhalb eines Werktages funktionieren, ist das alles kein Problem. Sie können falls Sie mit Wertpapiersparplänen arbeiten auch bequem einen Dauerauftrag einrichten.

Ich empfehle für den Fall die Kombination aus Flatex als Wertpapierdepot und dem kostenlosen Girokonto der DKB als Referenzkonto. Sie können beides bequem online in wenigen Minuten eröffnen.

Depotübertrag

Ein Depotübertrag bedeutet, dass Sie Ihre Aktien von einer Bank zu einer anderen übertragen.

Das sollte immer problemlos innerhalb weniger Tage gebührenfrei möglich sein und einige Anbieter bieten je nach Höhe des Depots auch eine Wechselprämie dafür an.

Die Wechselprämien liegen meist zwischen 50 und 100 Euro. Teilweise werden auch mehrere tausend Euro angeboten, aber das ist in der Regel unseriös. Erstens sollten Wechselprämien nicht ausschlaggebend sein, da Sie je nach Höhe des Depots und der erzielten Gewinne ohnehin verschwindend gering sind. Der Zweite Punkt der es zu den Prämien zu bedenken gibt, keine Bank wird Ihnen jemals etwas schenken. Also was denken Sie, woher das Geld für die Prämie kommt?

Freistellungsauftrag für das Wertpapierdepot

Es gibt einen Freibetrag für Kapitalerträge. Das bedeutet, dass Einnahmen als Kapitalvermögen bis zu einer Höhe von 801 Euro steuerfrei sind. Alle Gewinne, die darüber hinaus gehen, werden mit der Kapitalertragssteuer in Höhe von 25% + Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer belastet und von der depotführenden Bank direkt an das Finanzamt abgeführt.

Damit Sie diesen Freibetrag aber in Anspruch nehmen können, müssen Sie bei Ihrer depotführenden Bank den sogenannten Freistellungsauftrag hinterlegen. Dieser teilt der Bank nur mit, dass Sie Kapitalerträge bis zu einem von Ihnen wählbaren Betrag steuerfrei sind. Der Betrag ist deshalb wählbar, weil Sie Ihren Freistellungsauftrag auch auf mehrere Konten oder Banken aufteilen können. Er darf halt nur insgesamt nicht die 801 Euro überschreiten.

Sie sollten aber auf jeden Fall immer einen Freistellungsauftrag einrichten, weil Sie sonst Geld verschenken!

Aktien kaufen und Verkaufen

Wenn Sie denn das Depot eröffnet haben und den Freistellungsauftrag eingerichtet haben, können Sie loslegen. Sie können jetzt Aktien kaufen bzw. verkaufen.

Dazu loggen Sie sich im Browser in die Weboberfläche Ihres Wertpapierdepots ein. Anschließend können Sie über das Suchformular entsprechende Aktien suchen und kaufen.

Sie könne sich auf großen Finanzseiten wie finanzen.net über die jeweiligen Aktien und Aktienkurse informieren. Dort steht auch immer eine WKN oder ISIN.

Die WKN ist die Wertpapierkennnummer, eine 6-stellige Kombination aus Zahlen und Buchstaben, die deutschlandweit alle Aktien eindeutig identifiziert. Damit Sie Aktien nicht verwechseln, sollten Sie diese auch immer über die WKN kaufen und nicht über den Namen.

Alternativ dazu gibt es noch die 12-stellige ISIN, die hat die gleiche Funktion, aber ist weltweit gültig und einmalig. Also wenn Sie internationale Aktien kaufen oder Ihr Depot im Ausland führen, benötigen Sie diese Nummer bei der Suche nach Aktien.

Alles weitere ist dann nicht komplizierter als modernes Online-Shopping. Sie platzieren eine sogenannte Kauf bzw. Verkaufsorder und können so Aktien zu tagesaktuellen Kursen kaufen bzw. verkaufen. Diese werden dann automatisch in Ihrem Wertpapierdepot gespeichert bzw. entfernt.

Juniordepot

Ein Juniordepot ist ein Wertpapierdepot speziell für Ihre Kinder. Sie können praktisch einmalig oder regelmäßig Aktien kaufen oder über einen Wertpapiersparplan ab einem monatlichen Betrag von 25 Euro Geld für Ihre Kinder zurücklegen. Wenn man nur mal die 18 Jahre bis zur Volljährigkeit betrachtet, kann das schon sehr lohnenswert sein und für die erste eigene Wohnung, das erste Auto reichen oder natürlich auch weiter gespart werden. Ich finde das eine großartige Sache und würde das für meine Kinder auf jeden Fall machen.

Sie können so ein Juniordepot beispielsweise bei der Comdirekt eröffnen.

Zum Juniordepot der Comdirekt

Aufteilung des Depots

Dies ist ein spezieller Punkt, der Sie nur betrifft, wenn Sie ein Vermögen haben, welches den Betrag der Einlagensicherung der jeweiligen Bank übersteigt. Also spätestens bei Investitionen über 100.000 Euro, sollten Sie sich über die Höhe der Einlagensicherung und die Möglichkeiten informieren.